Rezension für mein Buch ‘Geständnisse’

“Bataille sagte, dass Autor und Text nicht miteinander identifiziert werden können, weil Schreiben zu den vollkommensten Formen der Entsubjektivierung/ Selbstentäußerung gehört – vorausgesetzt, man lässt das Material, die Sprache und Logik, intakt.
Jaan Patterson hat in seinen Geständnissen diesen Weg immer wieder verlassen, hat das Material, die deutsche Sprache, gedehnt und verdreht, Interpunktionen, Groß- und Kleinschreibungen und gewisse grammatikalische Regeln neu interpretiert, andere geflissentlich ignoriert. Das schafft einen neuen Raum, eine neue Bedeutungsebene, die nicht mehr klar fassbar ist, aber dennoch nicht in ein beliebiges Schwafeln abgleitet. Der Autor tanzt auf dem Seil, das er zwischen den traumatischen Erlebnissen seiner Kindheit und der Freiheit seines Jetzt gespannt hat – erst im Netz und nun auch auf Papier. Er schält das Leid aus seinem Schmerz heraus und spielt damit, lacht sich ins Fäustchen und amüsiert den Leser im gleichen Satz, in dem er ihn rührt. Er überrascht mit Analogien, die man nicht für möglich gehalten hätte, gibt einem kurz das Gefühl, das man weiß, was er meint, um sogleich die Prämisse in Frage zu stellen. Man kann sich niemals sicher sein und doch gibt es etwas, das wie ein roter Faden durch dieses wild mäandernde Gedicht führt. Es ist das Wesen des Autoren, das auf jeder Seite, in jedem Satz einen unmittelbaren Ausdruck sucht, ohne jemals direkt sich zu offenbaren, da er alles sagen und doch nicht alles verraten will. Die Geständnisse sind ein wilder Trip durch die Gedankenwelt eines Denkers, der kein Philosoph sein will. Sie sind eine Beichte, die eine Anklage ist, ohne dass die Schuldigen benannt und an den Pranger gestellt werden. Dieses Buch ist ein Schatz, den zu bergen Mut und Fantasie erfordert, aber je tiefer man in die Welt des „Surrism“-Gründers einsteigt, desto mehr zieht sie den Leser in seinen Bann.” – Michael Comtesse

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